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Rund 25 britische Passagiere hatten sich infiziert

BOPPARD. Die mehrtägige Schiffstour einer britischen Reisegruppe auf dem Rhein in Boppard ein jähes Ende. Das Ausflugsschiff einer engli­schen Reederei wurde unter Quarantäne gestellt. 26 der gut 100 Touristen - allesamt über 70 Jahre alt - hatten sich mit dem Norovirus infiziert.

Vermutlich hatte einer der Gäste das gefährliche Virus am Freitag an Bord genom­men und die übrigen Fahrgäs­te infiziert. 25 Mitarbeiter des DRK und ein Notarzt versor­gten die Kranken, die unter Erbrechen und Durchfall litten. Mehrere Patienten wur­den in Krankenhäuser nach Boppard, Oberwesel und Kob­lenz gebracht. Noch war kein Ende der Qua­rantäne abzusehen.

Am Freitag waren die Briten mit dem Bus in Andernach eingetroffen, hatten dort die „Lady Anne" bestiegen in der Erwartung, einige schöne Ta­ge auf dem romantischen Mit­telrhein verbringen zu können. Von Andernach ging es rheinaufwärts durch das Welterbetal.

Wie sich später herausstellte, waren am Sonntag bei einigen Fahrgästen erste Symptome einer Infektion aufgetreten. Bald darauf, als sich das Kabi­nenschiff einer englischen Reederei nach einem Aufent­halt in Rüdesheim auf Talfahrt befand, verstärkten sich bei immer mehr Passagieren Symptome einer Virusinfek­tion. Der Kapitän sandte ge­gen 13 Uhr einen Notruf an die Rettungsleitstelle Bad Kreuznach. Die informierte die Wasserschutzpolizei St. Goar und die wiederum das St. Goarer Gesundheitsamt. Dessen Mitarbeiter Uwe Schütz leitete dann sofort alle Hilfsmaßnahmen ein.

Den akut Erkrankten wur­de frisches Trinkwasser und Infusionen verabreicht. Zu­dem wurden von allen 26 Pa­tienten Stuhlproben entnom­men. Da die Ansteckungsge­fahr groß war, wurde die „Lady Anne" unter Quarantäne ge­stellt. Denn es war zu befürchten, dass sich noch weit mehr Passagiere angesteckt hatten. Nach wenigen Tagen konte dann der Zwangsaufenthalt in Boppard beendet werden. Die Reederei wollte dann ab dem 26. Novem­ber ein anderes Schiff bereit­stellen.